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Kaum ein Werkstoff ist so im Alltag präsent wie der Kunststoff. Die meist auf Erdöl basierenden Polymere in zahllosen Formen und mit verschiedenen Eigenschaften haben ihren Teil zum Wohlstand beigetragen. Die Bioökonomie will Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen vom Acker erzeugen. Sie will nicht nur, sie muss, so lautet das Fazit der Tagung "Biobasierte Polymere – Kunststoffe der Zukunft" der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Berlin. "Der Tag wird kommen, an dem wir alles aus erneuerbaren Rohstoffen machen müssen", sagte Staatssekretär Peter Bleser aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Doch die Geschichte der Bio-Polymere liegt erst noch vor uns. Wurden 2008 weltweit erst 180.000 Tonnen Bio-Polymere produziert, werden es 2015 schon 1,7 Milliarden Tonnen sein, erläuterte Professor Hans-Josef Endres von der Hochschule Hannover. Dafür müssten Zuckerrohr, Reis, Kartoffeln oder Sonnenblumen auf etwa 0,03% der weltweit verfügbaren Ackerfläche angebaut werden. Um alle petrochemischen Polymere durch nachwachsende Pflanzen vom Acker zu ersetzen, wären bis zu fünf Prozent der Anbaufläche notwendig, so Endres. Die Kunst besteht darin, die Vielfalt der petrochemischen Kunststoffe in die künftige Nutzung zu überführen. Professor Thomas Hirth vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik und Mitglied des Bioökonomierates hinterfragte, ob denn schon alle Polymere aus den Pflanzen bekannt seien. Die Industrie brauche für Farben, Lacke und Verpackungen variable Produkte für verschiedene Zwecke. Es sei ein Irrtum, dass alle chemischen Methoden auch auf Biomasse angewandt werden können. Der Forschungsbedarf sei noch groß. Die Initiative Nachhaltige Rohstoffbereitstellung für die stoffliche Biomassenutzung (INRO) arbeitet an Zertifizierungskriterien für ein Nachhaltigkeitssiegel, um keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung aufzubauen. Ausgangsstoffe für ein solches Siegel sind zunächst Raps und Soja, Zuckerrüben, Mais, Hanf, Flachs, aber auch tierische Fette. (Quelle: www.aid.de, www.gabot.de

Autor: Roland Krieg, aid

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Jährlicher Verbrauch von 5,3 Milliarden Plastiktüten in Deutschland belastet die Umwelt und verschwendet Ressourcen – DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fordert Abgabe auf „Symbol der Wegwerfgesellschaft“ – Kostenfreie Verteilung von Einweg-Plastiktüten im Einzelhandel beenden

Berlin, 25. September 2012: Deutschland muss seinen Verbrauch an Plastiktüten erheblich verringern. Das ist die Kernbotschaft der von der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) ins Leben gerufenen Kampagne „Einwegplastik kommt nicht in die Tüte“, die am heutigen Dienstag (25. September 2012) der Presse in Berlin vorgestellt wurde. Die immer noch zunehmende Produktion von Plastiktüten schadet Umwelt und Klima und verschwendet begrenzte Ressourcen. Mit dem Projekt möchte die Umweltschutzorganisation systematisch Lösungen zur Reduktion von Plastiktüten erarbeiten. Gleichzeitig richtet sich die Kampagne direkt an die Verbraucherinnen und Verbraucher, um diese für die Umweltauswirkungen von Einweg-Tüten zu sensibilisieren und zum Umstieg auf umweltfreundliche Mehrwegtaschen zu gewinnen.

Im europäischen Vergleich belegt Deutschland mit jährlich 5,3 Milliarden verbrauchten Plastiktüten neben Spanien, Italien und Großbritannien einen der unrühmlichen Spitzenplätze. Mit einem Band, das sich aus dieser Kunststoffmenge knüpfen ließe, könnte man die Erde 39 Mal umwickeln. Tüten auf Rohölbasis schaden dem Klima und verursachen unnötigen Abfall, da sie in der Regel nur einmal und für einen sehr kurzen Zeitraum verwendet werden. Auch biologisch abbaubare oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Einwegtüten, die als umweltfreundliche Alternativen beworben werden, entpuppen sich bei genauer Betrachtung als umweltschädlich.

„Dass in Deutschland jährlich über 100.000 Tonnen Kunststoff allein für Plastiktüten verschwendet werden, ist ein Skandal“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Damit sich das ändert, muss der Anreiz, aus Bequemlichkeit zur kostenlosen oder sehr günstigen Plastiktüte zu greifen, schnell verschwinden.“ Um den Tütenverbrauch kurzfristig zu reduzieren, schlägt Resch eine Abgabe auf Plastiktüten vor, wie sie in Irland bereits erfolgreich etabliert ist. Dort führte die Einführung zu einer Senkung des pro Kopf Verbrauchs von 328 Plastiktüten im Jahr auf nur noch durchschnittlich acht Tüten.

Zwar werden Plastiktüten in Deutschland mit Hilfe des „Gelben Sacks“ für ein Recycling gesammelt. Jedoch landet die Mehrzahl der Kunststofftaschen im Restmüll und wird anschließend verbrannt. „Einen geschlossenen Recyclingkreislauf gibt es in Deutschland nicht. Im schlechtesten Fall werden die Tüten zu minderwertigen Produkten verarbeitet und anschließend verbrannt oder nach Asien exportiert, wo überwiegend keine umweltfreundlichen Entsorgungsstrukturen für Plastikabfälle vorhanden sind“,  erklärte Thomas Fischer, Projektmanager für Kreislaufwirtschaft bei der DUH.

Ein weiteres Problem stellen die vielen achtlos weggeworfenen Tüten dar, die Straßen, Grünflächen, Strände und Gewässer verschmutzen. „Allein in Berlin werden jährlich mehr als 225 Millionen Plastiktüten verbraucht. Ohne fachgerechte Entsorgung stellen sie ein großes Problem für die Stadtreinigung dar. Deshalb unterstützen wir die Kampagne der Deutschen Umwelthilfe, die Alternativen für die vermeintlich nicht mehr wegzudenkende Plastiktüte präsentiert“, sagte Stefan Zwoll, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturschutz Berlin (SNB), welche die DUH-Kampagne fördert.

Die SNB befürwortet die Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten zur kurzfristigen Verringerung des Aufkommens und schlägt vor, die Einnahmen aus der Abgabe keineswegs dem allgemeinen Staatshaushalt zufließen zu lassen. Stattdessen sollten die Gelder gezielt dafür eingesetzt werden, das Bewusstsein der Menschen für die Vermeidung von Abfall zu schärfen. Die SNB schlägt vor, das Mittelaufkommen für kreative Projekte auszugeben, mit denen Trennmuffel und Plastiktütenfetischisten überzeugt werden können. Die bundesweit aktiven Natur- und Umweltschutzstiftungen der Länder verfügen über langjährige Erfahrungen in der effizienten Vergabe von Fördermitteln. Sie sollten damit beauftragt werden, die Mittel der Abgabe wirkungsvoll zur Abfallberatung einzusetzen.

Hintergrundpapiere, weitere Projektinformationen sowie eine Umfrage zum Plastiktütenverbrauch sind im Internet unter www.kommtnichtindietuete.de abrufbar.

 

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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ecovio_bmbBereits im Jahr 2009 wurde in einem Kompostierversuch die Bioabbaubarkeit von Tüten aus dem BASF-Kunststoff Ecovio® in einer industriellen Kompostieranlage erfolgreich getestet.

Von Anfang April bis Anfang Juli 2011 ist nun in einem gemeinsamen Pilotprojekt des Abfallwirtschaftsbetriebs Bad Dürkheim (AWB) und der BASF die Praxistauglichkeit von Biomüllbeuteln aus Ecovio im Landkreis Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) im großen Maßstab getestet worden.

 

Rund 65.000 Haushalte erhielten je zehn kompostierbare Biomülltüten, um darin ihre Bioabfälle zu sammeln und in der Biotonne zu entsorgen. Dabei wurde untersucht, ob sich die Tüten im Biokompostwerk Grünstadt der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH problemlos zu Kompost verarbeiten lassen und wie zufrieden die Bürger im Umgang mit den Tüten sind.

 

Zentrale Ergebnisse des Projekts:

Ecovio-Beutel wurden innerhalb von drei Wochen problemlos und vollständig biologisch abgebaut

Kein Einfluss auf die Kompostqualität

Hohe Akzeptanz und Zufriedenheit bei den Bürgern

Kein erhöhtes Aufkommen an nicht kompostierbaren Kunststoffen im Bioabfall

„Für uns war entscheidend, dass die Kompostqualität stimmt und dass die Tüten den Bürgerinnen und Bürgern das Trennen, Sammeln und Entsorgen von Bioabfall erleichtern. Deshalb gestatten wir die Verwendung der Ecovio-Beutel jetzt dauerhaft.“

Erhard Freunscht, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Bad Dürkheim.

 

Eckdaten zum Projekt:

Zeitraum der Testphase: drei Monate

Verteilung eines kostenlosen Testpakets mit je zehn kompostierbaren Biomüllbeuteln aus Ecovio an rund       65.000 Haushalte im Landkreis Bad Dürkheim

Weitere Biomülltüten an verschiedenen Verkaufsstellen erhältlich

Tüten ermöglichen die hygienische und saubere Sammlung von Bioabfällen in der Küche

Entsorgung der mit Bioabfällen gefüllten Beutel in der Biotonne

Reguläre Annahme und Verarbeitung des Bioabfalls im Biokompostwerk Grünstadt der GML durch deren        Betriebsführer Veolia Umweltservice West GmbH

Wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die unabhängige Beratungsfirma IBK-Solutions

Quelle Artikel und Bild; BASF PlasticPortal

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immer-mehr-obst-und-gemuese-werden-in-plastik-verpackt-quelle-matthias-nordmeyer-fotolia- Immer mehr Obst und Gemüse werden in Plastik verpackt. (Quelle: Matthias Nordmeyer/Fotolia) (Quelle: Raufeld)

Ob in Biosupermärkten oder in den konventionellen Filialen – das Angebot frischer Bioware wächst beständig. Heute bietet jeder Supermarkt frische Bio-Lebensmittel aus aller Welt: Paprika aus Israel, Fenchel aus Spanien, Kräuter von den Kanarischen Inseln. Lange Transportwege nehmen die Kunden von Bioprodukten genauso hin wie jene von konventionellem Obst und Gemüse. Hauptsache, alles ist jederzeit zu bekommen, im Sommer wie im Winter. "Wenn wir außerhalb der Saison keine Äpfel anbieten, haben wir verloren, denn unsere Kunden verlangen ein breites Sortiment", erklärt Robert Erler von der Bio Company. Das hat Folgen: Immer mehr Obst, Gemüse und Kräuter landen in Plastikschalen und Folien im Regal.

Frischwaren im Plastik-Dschungel

Die weite Reise der Frischware ist nur ein Grund, warum beispielsweise Salatgurken oder Auberginen häufig einzeln in Plastik eingeschweißt im Regal liegen. "Dadurch werden sie auf dem langen Transportweg vor Feuchtigkeitsverlust geschützt", erläutert Edeka-Sprecher Gernot Kasel. Das mag stimmen, erklärt aber nicht, warum Kiwi, Nektarinen oder Äpfel in Bioqualität nur mit Plastikschale und Folie angeboten werden, wenn es das gleiche Obst aus konventionellem Anbau lose zu kaufen gibt. Wer seinen Blick bei Kaiser’s über das Biosortiment schweifen lässt, sieht nichts als Plastikverpackungen. Das Unternehmen will dazu keine Stellung beziehen.

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plastiktasche

Nach San Franzisco und Washington hat sich nun auch die Stadt Seattle dazu entschieden, das keine Einwegplastiktüten mehr von Geschäften an Ihre Kunden verteilen dürfen. Es wird auf Papiertüten zurückgegriffen, wofür die Kunden zukünftig einen Nickel (fünf Dollarcent) bezahlen müssen. Damit sollten die Menschen dazu gebracht werden, dass sie in Zukunft ihre eigene Taschen mitbringen.

Nach monatelangen Debatten und Verhandlungen hat sich der Stadtrat zu dieser Maßnahme entschieden, die in Juli 2012 in Kraft treten wird.

Seattle ist nicht die erste Stadt mit dieser Politik, dafür eine der Größte. Auch in Washington müssen die Supermärkte und Getränkehandler 5 Cent für eine Tüte oder Tasche von Ihren Kunden erfragen.

Die Einwohner Seattles verwenden insgesamt 292 Millionen Plastiktüten und 68 Millionen Papiertaschen. Etwa 82 Prozent der Papiertaschen wird wiederverwertet, von den Plastiktüten jedoch nur 13 Prozent.

Auch in anderen Ländern wie zum Beispiel Italien, Frankreich und den Niederlanden wird gerade über die Problematik der Plastiktüten diskutiert; teilweise wurden schon Maßnahmen durchgeführt.

Quelle dieses Artikels: Trouw

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